Wehrpolitisches Bildungszentrum Allentsteig präsentiert

Veröffentlichungsdatum26.05.2026Lesedauer3 Minuten
Bild

Josef Wallenberger (Wallenberger & Linhard Regionalberatung), DI Charlotte Walter und DI Dr. David Cala (Studio Cala), Allentsteigs Bürgermeister Georg Marksteiner sowie Karl Elsigan, Obmann der Kleinregion Herz des Waldviertels und Bürgermeister der Marktgemeinde Schwarzenau.

Ein Jahrhundertprojekt für Allentsteig und die Region wurde präsentiert


Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum geplanten Wehrpolitischen Bildungszentrum Allentsteig, kurz WBZA, am 18. Mai im Sitzungssaal der Stadtgemeinde Allentsteig. Eingeladen waren Abgeordnete der Region sowie Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Kleinregion Herz des Waldviertels. Ziel der Veranstaltung war es, die politischen Vertreterinnen und Vertreter über den aktuellen Entwicklungsstand eines Leitprojektes zu informieren, das in Allentsteig bereits jetzt als mögliches Jahrhundertprojekt bezeichnet wird.

Zu Beginn informierten der Allentsteiger Bürgermeister Georg Marksteiner und der Obmann der Kleinregion Herz des Waldviertels, Bürgermeister Karl Elsigan, über die Entstehungsgeschichte des Projektes. Beide loben dabei die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Militär, dem Bundesministerium für Landesverteidigung und den regionalen Partnern hervor. Auf Basis einer Kooperationsvereinbarung mit Bundesministerin Mag. Klaudia Tanner soll in Allentsteig ein besonderer Ort entstehen, der die umfassende Landesverteidigung, das Österreichische Bundesheer und die Region rund um den Truppenübungsplatz Allentsteig sichtbar und erlebbar macht.

„Mit dem Wehrpolitischen Bildungszentrum wollen wir ein starkes Zeichen setzen: für Allentsteig, für die Region und für ein zeitgemäßes Verständnis von Sicherheit, Demokratie und Verantwortung“, betonte Bürgermeister Georg Marksteiner. „Besonders wichtig ist uns, dass dieses Projekt nicht irgendwo entsteht, sondern mitten im Ortszentrum einen nachhaltigen Impuls auslöst.“

Bürgermeister Karl Elsigan unterstrich die regionale Bedeutung des Vorhabens: „Das WBZA ist ein Projekt, das weit über Gemeindegrenzen hinausreicht. Es verbindet Militär, Gesellschaft, Bildung, Geschichte, Naturraum und regionale Entwicklung. Genau solche Leitprojekte braucht der ländliche Raum, wenn er Zukunft aktiv gestalten will.“

Regionalentwickler Josef Wallenberger präsentierte stellvertretend für das Kernteam die Inhalte des Projektes kompakt. Das WBZA versteht sich als Impulszentrum für Ausstellung, Bildung, Forschung und Begegnung. Im Mittelpunkt steht die Idee, die umfassende Landesverteidigung nicht abstrakt, sondern verständlich, anschaulich und zeitgemäß zu vermitteln. Das geplante Zentrum soll die militärische, zivile, geistige und wirtschaftliche Dimension der Landesverteidigung sichtbar machen und damit auch einen Beitrag zu Resilienz, demokratischem Bewusstsein und gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten.

Das Projekt gliedert sich in drei zentrale Räume: Der Ausstellungsraum soll im Zentrum von Allentsteig entstehen und Themen wie Aufgaben des Bundesheeres, Demokratie, Neutralität, Werte, Bedrohungsszenarien, Cybersicherheit, Geschichte und regionale Bezüge vermitteln. Auch der TÜPL als Natur- und Kulturraum wird „virtuell begehbar“ sein.  Der Übungsraum bezieht den Truppenübungsplatz Allentsteig und die Region ein – etwa durch abgestimmte Touren, Führungen, Naturerlebnisse und Einblicke hinter die Kulissen des TÜPL A. Der Bildungsraum soll Workshops, Vorträge, Diskussionen, Panels, Forschung, Schulangebote und Veranstaltungen ermöglichen.

Unter dem Arbeitstitel „Wahrhaft wehrhaft“ wurde eine inhaltliche Klammer vorgestellt, die Wehrhaftigkeit breiter versteht als rein militärische Stärke. Es geht um gut informierte, kritisch denkende Menschen, die Fakten von Falschinformationen unterscheiden können, demokratische Werte schätzen und Verantwortung für Gesellschaft und Zukunft übernehmen. Damit soll das WBZA auch für Schulen, Grundwehr- und Zivildiener, Studierende, Lehrpersonal, Medien, die Bevölkerung, Gäste der Region sowie das Bundesheer und seine Partnerorganisationen attraktiv werden.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Veranstaltung war auch die räumliche Entwicklung im Ortszentrum. Architekt DI Dr. David Calas (Studio Calas) präsentierte gemeinsam mit DI Charlotte Walter Zwischenergebnisse aus dem begleitenden Projekt zum Flächenrecycling. Dabei hat sich ein Standort im Ortskern herauskristallisiert, an dem drei leerstehende Objekte samt ungenutzter Flächen zusammengelegt werden könnten. Nach den vorliegenden Planungen können dort die notwendigen Funktionen für das Bildungszentrum untergebracht werden. Zugleich wäre eine barrierefreie Anbindung an den bestehenden Schüttkasten möglich. Erste Raumkonzepte und Massenmodelle zeigten, wie durch die Leitinvestition ein starker Impuls für den Ortskern von Allentsteig entstehen könnte.

Aktuell läuft mit Unterstützung von LEADER eine Machbarkeitsanalyse durch ein externes Expertenteam. Dabei werden unter anderem Fragen der Trägerschaft, der wirtschaftlichen Tragfähigkeit, des Betriebskonzeptes, der Finanzierung und möglicher Partnerschaften geprüft. Auch die Standortentscheidung, die inhaltliche Attraktivität, die Akzeptanz und die nächsten Umsetzungsschritte stehen im Fokus.

Das große Interesse der anwesenden politischen Vertreterinnen und Vertreter zeigte, dass das Projekt als bedeutende Chance für Allentsteig und die gesamte Region wahrgenommen wird. Mit dem WBZA könnte ein Leuchtturmprojekt entstehen, das die sicherheitspolitische Bildungslandschaft Österreichs bereichert, das Bundesheer als wichtigen Partner und Arbeitgeber sichtbar macht und zugleich neue touristische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Impulse für das Waldviertel setzt.

 

Präsentation WBZAPräsentation WBZAPräsentation WBZA